Sammlung Else Lasker-Schüler

Die Exponate der Sammlung Hans Bolliger - 1997 von der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft erworben - zeigen die Doppelbegabung der großen Lyrikerin.

chaluzim.jpgElse Lasker-Schüler war auch eine Poetin der Zeichenfeder. Ihre Werke illustrierte sie selbst. Nach ersten literarischen Versuchen hatte sie um 1895 Zeichenunterricht bei dem Max-Liebermann-Schüler Simson Goldberg genommen. »1911/12 schrieb sie mit den Briefen nach Norwegen einen Roman, in dem Text und eigenhändige Zeichnungen eng verwoben und aufeinander verweisend nebeneinander, manchmal geradezu ineinander stehen. Das Schriftbild ist für Else Lasker-Schüler ebenso Kunstwerk wie die Bildschrift«, so Ricarda Dick von der Bergischen Universität Wuppertal und Mitarbeiterin an der Kritischen Gesamtausgabe (Jüdischer Verlag/Suhr-kamp). Die zahlreichen Lasker-Schüler-Skizzen von ihren Freunden und die Blätter mit den Bildern ihrer poetischen Träume sind heute in alle Welt verstreut.

104 zwischen 1914 und 1936 entstandene Zeichnungen waren bis 1937 Bestand der Berliner Nationalgalerie, bevor die Nationalsozialisten sie zusammen mit anderen Kunstwerken als »entartet« entfernten. Die Dichterin war stolz darauf, daß ihre Bilder im Museum hingen. Doch die Abhängigkeit vom Verkaufserlös der Zeichnungen verletzte sie in ihrer Integrität. 1916 schrieb sie an Karl Kraus: »Meine Nerven werden verkauft von den Wänden."

Die Sammlung Else-Lasker-Schüler (Sammlung Bolliger) ist im Museum Baden in Solingen ausgestellt -  hier sehen Sie einige ausgewählte Exponate ihres graphischen Werks. 

Bild: "Der blaue Jaguar" - Zeichnungen und Gemälde aus der Sammlung Bolliger

 

Galerie: Sammlung Else Lasker-Schüler